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Einmal (an die Brüste grapschen) ist keinmal

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden, dass eine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nicht automatisch ein Grund für eine fristlose Kündigung ist. Zeit Online beschreibt den Vorfall wie folgt:

Der Mann hatte im Juli 2012 im Waschraum zu der Putzfrau gesagt, dass sie einen schönen Busen habe und dann ihre Brust berührt. Als die Frau deutlich machte, dass sie dies nicht wünsche, ließ der Mann sofort von ihr ab.

Im Gespräch mit seinem Arbeitgeber gestand er den Vorfall ein und erklärte, er habe sich eine Sekunde lang vergessen. Er schäme sich, so etwas werde sich nicht wiederholen. Trotzdem kündigte ihm sein Arbeitgeber fristlos. Der Mitarbeiter entschuldigte sich bei der Frau und zahlte ihr ein Schmerzensgeld.

Das BAG wertet dies als einen eindeutigen Fall von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, findet aber, eine Abmahnung hätte auch gereicht, da der Täter offensichtlich nicht „notorisch Grenzen“ überschreiten würde.

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Oh, der Mindestlohn ist da…..

Seit Anfang des Jahres gibt es bekanntlich auch in Deutschland einen Mindestlohn. Als bekennender Sozialdemokrat finde ich das gut; gerade in den geringen Einkommensbereichen funktioniert der freie Markt ganz offensichtlich nicht. Das Angebot an billiger Arbeit ist größer als die Nachfrage – zum Schaden des Mitarbeiters (und, noch häufiger: der Mitarbeiterin). Naja, vielleicht zeugt das gerade davon, dass dieser freie Markt funktioniert. Aber gesellschaftlich ist es ein Problem, wenn Menschen von einem Fulltimejob nicht mehr leben können (wen es interessiert: der derzeitige Mindestlohn von 8,50 bedeutet bei einer 40 Stundenwoche ein Bruttogehalt von 1.473 €, von denen bei Steuerklasse 1, keine Kirchensteuer, keine Kinder, Wohnort Berlin rund 1.083  € übrig bleiben. Netto bleiben also von einer Stunde Putzen, Verkaufen, Pflegen, Bauen, Bewachen gerade mal 6,25 € die Stunde oder 50 € am Tag zum Leben (vor Miete) übrig. Und das mit dem Mindestlohn seit 1.1.2015 – vorher war es noch schlimmer).

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Der Papst vertritt keine Minderheitenmeinung – leider

Gerade geht durchs Netz die Empörung über die Äusserungen von Papst Franziskus, der sich positiv zu einem Vater äusserte, den er wie folgt zitiert: „Manchmal muss ich meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu erniedrigen.“ (Einige sehen die Äusserungen freilich differenzierter.)

Die Empörung ist völlig berechtigt; Kinder zu schlagen, geht nicht. Darüber brauchen wir uns nicht groß mehr zu verständigen, das ist die Norm.

Ist das so?

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The Linux ate my homework

I grew up on Windows. I never questioned it. It was just THERE. I am not a technical person, and I don’t really care about what operating system is driving my computer. Or so I thought.

But: I don’t like the idea of being vulnerable. I like the idea of being in control, even if I never use this control.
It is much easier to hand over control voluntarily, than to never having any control to give up.

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Der Prophet Mohammed und Schrödingers Katze

Titelbild der Charlie Hebdo (c) dort

Woher wissen wir eigentlich, dass das der Prophet Mohammed ist, der da auf dem Titelbild der neuen Ausgabe von Charlie Hebdo weint? Bei Darstellungen von Jesus gibt es eine über Jahrhunderte eingeübte Ikonographie: Ein Heiligenschein, ein Bart, ein gütiger Blick, ein Kreuz im Hintergrund, ein Reichsapfel, die segnende rechte Hand….Ich vermute, dass fast jeder Mensch, der in einem eher christlich-abendländisch geprägten Land aufgewachsen ist, auch eine sehr stilisierte Darstellung von Jesus als solche erkennen würde.

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